Autofahren in Namibia – 11 wichtige Dinge, die ihr wissen müsst!

In diesem Post erfahrt ihr alles wichtige, um auf das Autofahren in Namibia bestens vorbereitet zu sein! Roadtrips sind nämlich die schönste Möglichkeit, das weitläufige Land zu erkunden, die faszinierende Landschaft zu sehen und den Urlaub in eurem eigenen Tempo zu genießen. Namibia ist das perfekte Land für eine Selbstfahrer-Tour! Schnappt euch euer Auto und lasst euch den afrikanischen Wind durch die Haare wehen!

Dennoch gibt es einige Dinge, die ihr für eine sichere und entspannte Reise beachten solltet, damit ihr das Erlebnis voll und ganz genießen könnt.

Ihr braucht noch Inspiration für die perfekte Reiseroute? Schaut euch die schönsten Plätze in Namibia an!

1. In Namibia fährt man auf der linken Seite!

Wenn ihr aus einem Land kommt, in dem ihr normalerweise auf der rechten Seite fahrt, werdet ihr auf den ersten Kilometern sicherlich einige Zeit brauchen, um euch an das Autofahren auf der linken Seite zu gewöhnen. In Namibia wird, wie in Südafrika, auf der linken Straßenseite gefahren und das Lenkrad befindet sich daher auf der rechten Seite des Autos. Auch Überholvorgänge werden auf der rechten Seite durchgeführt.

Aber keine Sorge, ihr werdet euch bestimmt daran gewöhnen! Ich habe noch niemanden getroffen, der damit längere Zeit Probleme hatte. Beim Autofahren in Namibia hat man außerdem den großen Vorteil, dass auf den Straßen nicht viel Verkehr herrscht. Nur in den größeren Städten wie Windhoek und Swakopmund wird es etwas voller, vor allem am Ende des Tages, aber auch das ist in der Regel nicht vergleichbar mit einer europäischen Großstadt.

Erinnerungshilfe: Du sitzt immer in der Mitte der Fahrbahn. Das macht das Wenden einfacher. Denk einfach dran – du musst am Ende wieder in der Mitte ankommen als Fahrer und nicht am Straßenrand!
Falls es dir schwer fällt, dich an das Schalten mit der “falschen” Hand zu gewöhnen, könnte ein Automatikgetriebe hilfreich sein!

2: Besorgt euch das richtige Auto für eure Namibia Reise!

Bei der Wahl eures Mietwagens lautet die erste Frage meist: Brauche ich ein 4×4 oder reicht ein normales Auto mit Zweirad-Antrieb? Unsere Antwort: Es kommt darauf an, wohin ihr fahrt und wann!

Manchmal muss es nicht der Allradwagen sein ABER ihr solltet euch definitiv für einen Geländewagen entscheiden, damit ihr ein bisschen mehr Platz zwischen euch und der Straße habt. Das ist besonders wichtig, wenn ihr in Namibias Nationalparks fahrt, wie zum Beispiel im Etosha. Normalerweise sind die Straßen in gutem Zustand, aber die holprigen Abschnitte sind viel komfortabler und einfacher zu fahren, wenn euer Auto etwas höher gelegen ist als ein normales Auto!

Trotzdem sollten ihr einen 4×4 in Betracht ziehen.
Erstens: Es ist viel bequemer und man ist flexibler, was man zu sehen bekommt. Entlang der Skelettküste kann man zu mehreren Schiffswracks fahren, dafür muss man aber die Hauptstraße verlassen und an der Küste direkt im Sand entlang fahren. Hier braucht man auf jeden Fall einen 4×4 und selbst dann sollte man Erfahrung im Fahren haben! Ihr bekommt einige Tipps zum 4×4-Fahren von der Autovermietung als auch von uns, also keine Sorge. Das Gleiche gilt für einige Straßen in den Wüsten Namibias sowie für den Caprivi-Streifen. Manche Straßen sind nur mit 4×4 befahrbar.
Ein 4×4 ist nicht nur praktisch sondern es macht auch unheimlich Spaß!

3: Vorsicht beim Autofahren in Namibia – Tiere und Menschen auf der Straße

Auf eurem Roadtrip werdet ihr oft an kleinen Dörfern vorbeifahren, in denen die Einheimischen ihre Tiere meist am Wegesrand grasen lassen. Haltet Ausschau nach Ziegen, Schafen, Kühen und Eseln. Vor allem in abgelegeneren Gegenden kann es vorkommen, dass sich eine Gruppe von Kühen auf der Straße ausruht – fahrt also nicht zu schnell, vor allem hinter Kurven kann es hier zu Unfällen kommen.
Wenn ein entgegenkommendes Auto blinkt, bedeutet das oft, dass sich etwas oder jemandem auf der Straße befindet oder ihr wegen einer Radarkontrolle vorsichtig sein solltet.

Besonders nachts kann das Fahren sehr riskant sein, da dann nicht nur das Vieh die Straßen überquert, sondern auch die Wildtiere aktiver werden. Wenn ihr durch Dörfer fahrt, seid vorsichtig und achtet auch auf Kinder oder Menschen, die am Straßenrand meistens ohne Licht laufen. Das gilt besonders für die Strecken im Caprivi.

4: Tankt immer, wenn sich die Möglichkeit bietet!

Die Wege in Namibia sind lang und es kann mehrere hundert Kilometer dauern, bis man die nächste Tankstelle erreicht. Und selten kann es sogar passieren, dass den kleinen Tankstellen der Sprit ausgeht. Das kann z.B. in Etosha vorkommen, wo alle Camps zwar Tankstellen haben, es aber auf Grund der abgelegenen Lage einige Zeit dauern kann, bis der nächste LKW kommt.

Wir empfehlen daher, immer zu tanken, wenn ihr die Gelegenheit dazu habt, nur um sicherzugehen.

Tanken in Namibia: In Namibia müsst ihr euer Auto nicht selbst auftanken. Dafür gibt es Tankstellenwärter. Wenn ihr auf eine Tankstelle zufahrt, zeigt euch ein Angestellter die Zapfsäule, an der ihr tanken könnt. Sagt ihm einfach, für wie viel Geld oder wie viele Liter ihr tanken möchten. In der Regel werden auch eure Autoscheiben gereinigt. Aufgrund der Straßenverhältnisse empfehlen wir euch, auch den Reifendruck regelmäßig überprüfen zu lassen – dazu später mehr. An einigen Tankstellen könnt ihr direkt beim Tankwart mit Karte bezahlen. Ansonsten geht ihr einfach in die Tankstelle hinein. Wir geben meist ein kleines Trinkgeld direkt an den Tankwart – schon ein paar Rand machen hier viel aus!

5: Fahren in Namibia ist einfach – Aber was bedeuten die verschiedenen Buchstaben auf den Landkarten?

Wenn ihr in Namibia mit dem Auto unterwegs seid, werdet ihr feststellen, dass die Straßen mit verschiedenen Buchstaben gekennzeichnet sind. Es gibt die Typen A, B, C und D. Aber was bedeutet das?

A: Der Buchstabe, den ihr am wenigsten finden werdet, ist “A”. Das liegt daran, dass es nur 74 km dieses Straßentyps im ganzen Land gibt. Zwischen Windhoek und Okahandja ist die Straße geteert und in jeder Richtung zweispurig, wie eine Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h.

B: Dieser Straßentyp beschreibt geteerte Straßen, die in der Regel in sehr gutem Zustand sind und die größeren Städte oder Hauptrouten durch das Land verbinden. Sie sind vergleichbar mit amerikanischen Nebenstraßen oder Schnellstraßen in Deutschland. Hier beträgt die Höchstgeschwindigkeit außerhalb von Ortschaften in der Regel ebenfalls 120km/h.

C & D: Dies sind Schotterstraßen und NICHT geteert. Das bedeutet, dass die Höchstgeschwindigkeit 80km/h beträgt und ihr euch daran halten solltet. Sie sind oft in gutem Zustand und können mit einem 2×2 befahren werden. Auch entlang der Küste gibt es Salzstraßen, die wie geteerte Straßen aussehen können, aber nicht verwechselt werden dürfen, da sie hier und da noch Schlaglöcher haben. Der Bremsweg ist auch verlängert, also bitte Abstand halten.

Gerneal solltet ihr immer auf Schlaglöcher oder plötzlich endende Schotterstraßen, die in Sandstraßen übergehen, achten. Auch wenn ein Auto vor euch ist oder entgegenkommt, bremst etwas ab! Sie werden eine große Staubwolke hinter sich haben und ich verspreche euch, ihr werdet für einige Sekunden lang nichts sehen! Oft passieren Unfälle, weil Touristen diese Dinge unterschätzen.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, welche die beste Strecke zu eurer nächsten Unterkunft ist, dann fragt am besten in eurer Unterkunft direkt nach! Die Einheimischen wissen am besten, wie die Straße aussieht oder wo man vorsichtig sein sollte ;).

Innerorts gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60km/h.

6: Ladet euch Offline-Karten herunter und fragt um Rat!

Ihr bereist das am zweitwenigsten besiedelte Land der Welt und das bedeutet, dass ihr meistens keinen Empfang haben werdet! Vergewissert euch also, dass ihr eine gute Karte dabei habt oder ladet euch am besten einfach eine Karte online herunter (z.B. von Google-maps). Dadurch könnt ihr auch direkt Orte abspeichern, an denen ihr einen Stopp einlegen wollt!

Fragt auch in eurer Unterkunft nach, welche Straße ihr nehmen solltet – so könnt ihr die landschaftlich schönsten Routen finden oder verhindern, dass ihr irgendwo stecken bleibt. Wir geben euch natürlich im E-Book Guide auch eine Streckenempfehlung mit!

7: Kenne deine Grenzen – sicheres Fahren in Namibia auf Schotterstraßen!

Wie bereits gesagt, ist es wichtig, langsamer zu fahren! Es ist Ihr Urlaub, also hetzen Sie nicht und genießen Sie die Aussicht.
Auch wenn Schotterstraßen auf den ersten Blick in Ordnung zu sein scheinen, verwandeln sie sich oft plötzlich in einen Albtraum aus Schlaglöchern und haben nach Regenfällen tiefe, wassergefüllte Löcher, die man nicht einmal sieht. Sie verbinden in der Regel auch kleinere Dörfer, und das bedeutet Vieh und Menschen auf oder neben der Straße.
Im Großen und Ganzen ist es also sicher, in Namibia Auto zu fahren, solange man sich an einige Regeln hält und sich bewusst ist, dass es nicht wie auf einer geteerten Straße zugeht.

8: Passt den Reifendruck an und lernt wie man einen Reifen wechselt!

Bevor ihr längere Zeit auf einer Schotterstraße unterwegs seid, z. B. bei einer Fahrt nach Sossusvlei oder einem Tagesausflug in Etosha, solltet ihr den Luftdruck der Reifen verringern. Fragt bei eurer Autovermietung nach wie viel Bar empfohlen werden – das ist von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp unterschiedlich. Dadurch stellt ihr sicher, dass die Reifen mehr Grip auf der Straße haben und ein Stein, der auf der Straße liegt, nicht sofort den Reifen zerlegt.

Aber ja, das ist uns auch schon passiert und nicht nur einmal. Das Auto fühlt sich beim Abbiegen etwas wackelig an, ein seltsames Geräusch im Heck und dann weiß man – der Reifen ist hinüber.
Vergewissert euch, dass ihr die gesamte Ausrüstung zum Reifenwechseln dabei habt und die Autovermietung euch gezeigt hat, wo das Ganze zu finden ist. Wir empfehlen auch, ein Video herunterzuladen, in dem gezeigt wird, wie man einen Reifen wechselt, wenn man das nicht gewohnt ist. Wir geben euch auch eine kleine Anleitung mit, natürlich unterscheiden sich auch hier die Autotypen.


Die Namibier sind daran gewöhnt regelmäßig Reifen zu wescheln und wenn ihr Hilfe braucht, wird sich sicher jemand finden, der euch gerne hilft! Es kann nur auf abgelegenen Strecken etwas dauern und damit kommen wir zum nächsten Punkt.

9: Unterschätzt nicht die Entfernungen Namibias!

Nach den vorherigen Punkten dürfte bereits klar sein – 200km in Namibia zu fahren ist etwas anders als auf einer europäischen Autobahn. Besonders auf den C- und D-Straßen (die oft eine schöne Aussicht bieten) ist es schwer abzuschätzen, wie lange die Fahrt dauern wird. Auf manchen Straßen gibt es Abschnitte bei denen ihr nur 40 km/h fahren dürft, und andere, bei denen ihr ruhig 80 km/h fahren könnt. Nehmt euch also genug Zeit und genießt lieber die Aussicht!

10: Vermeidet es, in Namibia nachts Auto zu fahren – aber keine Panik, wenn es doch so kommt!

Die Sicht ist schlecht, es ist viel dunkler als auf unseren Straßen in Europa und es ist viel mehr los.
Vieh, wilde Tiere und Menschen. Ziegen schlafen nachts gerne auf den aufgewärmten Straßen. Oryx, Kudu und andere Antilopen kreuzen die Wege auf der Suche nach Futter. Menschen, die in abgelegenen Gegenden nach Hause gehen, haben normalerweise keine Taschenlampe dabei. Das ist völlig normal, wenn man in Namibia nach der Dämmerung und in der Nacht unterwegs ist, deshalb sollte man wirklich vorsichtig sein.

Ihr müsst nicht in Panik geraten, wenn ihr eines Tages doch zu spät aufbrecht und im Dunkeln die letzten Meter zu euerer Unterkunft fahren müsst. Trotzdem solltet ihr versuchen, das zu vermeiden. Falls es doch passiert: langsam fahren, das Auto von innen verschlossen halten und eure Umgebung im Auge behalten!

11: Grundlegende Regeln für sicheres Autofahren & um ein Gespräch mit der namibischen Polizei zu vermeiden!

  • Lasst neuer Abblendlicht immer an, auch am Tag! Das ist beim Fahren in Namibia gesetzlich vorgeschrieben.
  • Fahrt nicht zu schnell – es gibt regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durch die Verkehrspolizei – und es ist auch sicherer, besonders auf Schotterstraßen! Übrigens werden Strafen nicht direkt vor Ort bezahlt, sondern in der nächstgelegenen Polizeistation. Polizisten nehmen aber ab und zu die Chance, um etwas Bargeld dazu zu verdienen, weil viele Leute dies nicht wissen.
  • Haltet euren Führerschein und internationalen Führerschein immer bereit
  • Nehmt keine Anhalter mit – normalerweise wollen sie nur von A nach B fahren, aber es gab auch schon Fälle von Autodiebstählen
  • Haltet nicht für liegengebliebene Autos am Straßenrand an – vor allem, wenn es sich nicht um ein von Touristen gemietetes Auto zu handeln scheint! Ruft Hilfe per Telefon oder sagt in der nächsten Stadt Bescheid!
  • Lasst keine Wertsachen sichtbar im Auto. Nehmt Kameras, Handys und Geldbörsen immer mit, wenn ihr das Auto verlasst – auch wenn ein Parkwächter anwesend ist.
  • Vermeidet es, durch Townships zu fahren – prüft vorher die Karten!
  • Schließt Türen während der Fahrt ab – dies gilt insbesondere für städtische Gebiete, wie Windhoek und Swakopmund während des Berufsverkehrs

Zusammenfassung zum Autofahren in Namibia

Selbst fahren in Namibia ist sicher und einfach, solange man die oben genannten Punkte beachtet. Die meisten Touristen fahren hier auf eigene Faust und kommen damit gut zurecht. Gewöhnt euch einfach langsam an die Straßen, ladet euch Offline-Karten herunter und achtet auf Wildtiere und Menschen auf eurem Weg. Um sicher zu sein, schließt eure Türen ab, schaltet immer das Licht ein (das ist gesetzlich vorgeschrieben) und zeigt eure Wertsachen nicht im Auto, vor allem wenn ihr es unbeaufsichtigt lasst. Viel Spaß auf eurer Namibia Reise!

Für einen guten, knappen Überblick könnt ihr auch auf der entsprechenden Seite des ADAC vorbeischauen.

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